Freitag, 6. Oktober 2017

Kommentar von Werner Böhm zum GNZ Interview mir Dr. Reinhard Domke


Am 4.Oktober wurde in der GNZ ein Interview mit dem Projektleiter der Bahn, Dr. Reinhard Domke, veröffenlicht. (Siehe weiter unten auf dieser Seite)
Unser BI Mitglied Werner Böhm hat sich darüber so seine Gedanken gemacht und auch versucht zwischen den Zeilen zu lesen. Hier seine Einschätzung:

Die Initiativen außerhalb der - Arbeitsgruppen zur Vorbereitung des Raumordnungsverfahrens - werden als nicht dienliche Eigendynamik gesehen und scheinen generell unabhängig von sachlichen Argumenten und Vorschlägen zu nerven bzw. unerwünscht zu sein.
Die seitens der BI´s und der Politik geforderte Variante VIII würde gleichwertig geprüft, jedoch nach Einschätzung der Wirtschaftlichkeit bzw. der Schutzgüter für unwahrscheinlich gehalten. Wenn für alle Varianten noch nicht alle Ergebnisse vorliegen, auf Grund dessen alle Varianten gleichwertig behandelt werden, muss diese Ausführung auch für die Variante VIII gelten und sie darf danach nicht als unwahrscheinlich eingeschätzt werden. Es sei denn, die Aussage der gleichwertigen Prüfung trifft nicht zu, was nach der Ausführung zu vermuten ist.
Unter Bündelung verstehen viele Menschen zwischen Gelnhausen und Fulda einen bestandsnahen Ausbau, der modernen Lärmschutz gewährleistet. Wir die Bahn verstehen unter Bündelung auch eine getrennte Trassenführung z. B. durch weniger dicht besiedelte Gebiete ausgestattet mit modernem Lärmschutz.
Unsere Zusicherung: Alle Güterzüge werden bis 2020 mit leiseren Bremsen ausgerüstet sein. Selbst wenn sich kein Schallschutz auf der bestehenden Bestandsstrecke in den nächsten Planungsphasen ergibt, so wird der Lärm – vorausgesetzt des noch fehlenden Schalschutzgutachtens - insgesamt zurückgehen, da die meisten Güterzüge in der Nacht auf der Neubaustrecke fahren werdenso die eindeutige verbindliche Aussage. Es ist das erklärte Ziel die Neubaustrecke ohne Einschränkung  mit modernem Schallschutz auszustatten und den Lärm an der Bestandsstrecke zu minimieren. Darüber hinausgehender Lärmschutz an der Bestandstrecke wird sich im Planfeststellungsverfahren ergeben. Tiefergehende Prüfung einzelner Sachverhalte werden erst erfolgen, wenn die Antragsvariante gefunden ist, sonst werden wir nie fertig. Klare Feststellung dazu: Wenn entschieden ist, ist entschieden, dann ist es für inhaltliche Argumente für und gegen der vorliegenden Trassenvarianten zu spät. Vermutung: Es gibt eine  Prüfungsgrenze für die Entscheidung. Ganz wichtige verbindliche Aussage: Es wird hinsichtlich der Antragsvariante eine für Alle - bedeutet vom Fachmann bis zum Laien - eine nachvollziehbare Entscheidung getroffen.
Unter Bündelung hätte ich auch das Zusammenspiel zwischen Bahn und Autobahn verstanden. Hier zeigt sich eindeutig, dass die Sichtweise des Lärmschutzes seitens der Bahn nur auf die Bahn beschränkt ist. Diese Aussage deckt sich mit der Aussage von Bahnverantwortlichen bei der Vorstellung der Projektes in der Stadhalle Gelnhausen. Als bundeseigene Unternehmen muss das dann auch die Ansicht unserer politisch Verantwortlichen sein bzw. diese Vorgehensweise wird wohl ausdrücklich durch die Politik unterstützt. Vor diesem Hintergrund ist die Aussage, dass das Schutzgut Mensch eine zentrale Rolle spielt nur bedingt nachzuvollziehen.

Schriftlich übermittelte Stellungnahmen werden nach Emotionen und  Argumente getrennt, Argumente an die Gutachter zur Prüfung bzw. Berücksichtigung weitergeben, um nichts zu übersehen, an dem das Projekt am Ende noch scheitern könnte. Es ist mehr als erstaunlich, dass man verwundert ist, dass bei diesem Jahrhundertprojekt Emotionen aufkommen. Eine gewisse Dünnhäutigkeit ist klar zu erkennen.

Werner Böhm, Gelnhausen-Höchst

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